Übertragung didaktischer Modelle auf E-Learning

Nach der Begegnung mit dem „Kleinen Handbuch Didaktischer Modelle“ von Flechsig (1996) haben mich folgende Fragen beschäftigt:

  • Kann man Flechsigs Modelle auf E-Learning übertragen?
  • Wenn ja: Ist es auch möglich moodle-Lernaktivitäten diesen Modellen zu zuordnen?

Zur ersten Frage wurde ich fündig:

An der Fernuniversität Hagen [1] wurde genau diese Fragestellung untersucht. Dazu wurden Kriterien definiert, welche den Autoren relevant für die übertragbarkeit auf E-Learning erschienen.


Der zweiten Frage werde ich versuchen am MoodleCafé im Juni in Zürich nachzugehen.


Literatur:
[1] Flechsig Karl-Heinz (1996). Kleines Handbuch Didaktischer Modelle. Eichenzell: Neuland - Verlag für lebendiges Lernen. http://www.ikud.de/handbuch.htm [05.05.2008]


[2] Heyer, Susanne, & Nowaczyk, Olaf (Hrsg) (2005). Übertragung der didaktischen Modelle Flechsigs auf E-Learning. In: B. Krämer (Hrsg.), Forschungsbericht 10/2005. Hagen: FernUniversität in Hagen. http://www.fernuni-hagen.de/imperia/md/content/fakultaetfuermathematikundinformatik/forschung/berichteetit/forschungsbericht_10_2005.pdf [16.06.2008]


ICT-V Tagung: Untersuchung ICT-Einsatz Schule

Untersuchungen zum ICT-Einsatz in der Schule
Prof. Dr. Dominik Petko (Leiter Institut Medien Pädagogische Hochschule Zentralschweiz)

Dominik Petko konnte Vergleichswerte aus den Jahren 2001 und 2007 präsentieren und aufzeigen, wo es in den Schweizer Schulen Handlungsbedarf gibt.

Das Projekt PPP (Public Private Partnership SiN) zeigt Wirkung. Werden nämlich die Angaben von Lehrpersonen nach den Faktoren (Zugang, Kompetenz, Motivation der Lehrperson nach Vihärä & Nurmela, 2001; Korte & Hüsing, 2006) aufgeschlüsselt, welche den Einsatz von ICT beeinflussen, ist zu erkennen, dass insgesamt 91% der Lehrpersonen den Zugang zu ICT haben.

Anteil der Lehrpersonen mit bestimmtem Einflussfaktor
(Präsentation Petko 2008, ICT-V Tagung, S. 17)

Diese drei Faktoren möchte ich auch für den Einsatz von ICT in der Hochschullehre im Auge behalten.

Diese Zusammenstellung zeigt, dass hingegen 50% der Lehrpersonen Zugang haben, jedoch keine Kompetenzen. D.h. Diesen müsste eigentlich schleunigst eine Weiterbildung geboten werden.

Bemerkenswert sind auch die Daten, welche darüber Auskunft geben, wozu Schülerinnen und Schüler ICT in der Schule einsetzen, verglichen mit den Kompetenzen:
Aktivität der Lernenden
(Präsentation Petko 2008, ICT-V Tagung, S. 20)

Kompetenzen der Lernenden
(Präsentation Petko 2008, ICT-V Tagung, S. 23f)

Es überrascht nicht, dass Kinder und Jugendlichen das können, was sie von zuhause aus mitbringen oder, was sie in de Schule einsetzen. Aus der Zusammenstellung wird auch deutlich, dass die Medienkompetenzen auf der Strecke bleiben (tauchen ab 30% auf), obwohl sie mit dem auf dem ersten Rang vorzufindenden "Informationen im Internet suchen" zusammenhängen.
Hier muss man sich die Frage stellen: "Wie kann die Schule diesen Medienkompetenzen mehr Gewicht geben?"

Schweizer Fernsehen: Beitrag E-Learning

E-Learning: Berufsschule Baden geht voran
Sendung Einstein vom 8. Mai 2008 (SF Schweizer Fernsehen)

Am Beispiel der Badener Berufsschule wird gezeigt, wie Lernende und Lehrende mit Lernplattform (moodle) und ICT, E-Learning betreiben.



Im Beitrag wird zurecht betont, dass die Lernplattform aktiv genutzt werden muss. Nicht nur die Lehrerinnen und Lehrer müssen Inhalte generieren, sondern auch die Schülerinnen und Schüler. Die Lehrperson beeinflusst die Aktivität der Lernenden durch die Aufgabenstellungen.

E-Learning Kolloquium: Online-Prüfungen/E-Testing

Online-Prüfungen/E-Testing
Dr. phil. dipl. Ing. Rainer Hofer (IML, Universität Bern)
Dr. Brigitte Schmucki (NET ETHZ)

Zum Online-Prüfungsteil hat Rainer Hofer darüber berichtet wie es zu einem Online-Test kommt und über seine Erfahrungen.

So zeigte er den Prozess auf, der eine Frage durchlaufen muss, bis sie in einen Test aufgenommen wird. Von der Entwicklung, der Revision, der Übersetzung in andere Landessprachen hin bis zur Abgabe der Urheberrechte.
Die Erfahrungen reichen von der Browserinkompatibilität zum Rekurs wegen schlechter Sicht (blenden) am Bildschirm.

Für an der Entwicklung von grossen Online-Prüfungen und an der Durchführung von Online-Prüfung interessierte lohnt sich der Blick in diese Podcast.

Frau Schmucki berät die Dozierenden der ETH, wenn sie ihre Studierenden elektronisch testen wollen. Aus ihren Erfahrungen berichtete sie, worauf man bei der Planung und Durchführung achten muss und erläuterte welche Tools (LMS, Secure Browser) an der ETH dazu eingesetzt werden.

Der Podcast bietet Online-Tests Interessierte einen guten Einstieg zur Vorbereitung von Planung und Durchführung.

Die Links zu den Podcasts werden aufgeschaltet, sobald sie auf dem Blog der iLUB erhältlich sind.

E-Learning Kolloquium: MC-Fragen

Multiple-Choice-Fragen? Ja, aber richtig.
Dipl. Psychologe FSP René Krebs (Institut für Medizinische Lehre, Universität Bern)

Der Referent konnte für diese Kolloquium u.a. aus der über 20 jährigen Erfahrung berichten, welche er als Psychologe bei der Konzeption von Tests für die Lehre der Medizin machen konnte.
Er erläuterte kurz die Möglichkeiten, welche MC-Tests für die Lehre bieten und unterscheidet zwischen 'Formativem Prüfen' und 'Summativem Prüfen'. Dabei zeigte er auf, welche Prüfungsform welchen Zweck erfüllt und was berücksichtigt werden muss, um einen bestimmten Zweck zu erfüllen. Dazu gehört auch die Frage danach, was geprüft werden sollen und wie es geschehen soll.

Mit den 'Sieben Prinzipien zur Erstellung guter MC-Fragen' gab Krebs eine kleine 'Anleitung', um bei der Konstruktion von MC-Frage Fehler zu vermeiden. Die Prinzipien hat er mit guten Beispielen dokumentiert.

Zum Schluss wurden die verschiedenen Fragetypen diskutiert und auch hier auf Fehlerquellen hingewiesen oder Empfehlungen abgegeben.

Auf dem Blog der Supportstelle iLUB (ICT-gestützte Lehre an der Universität Bern) sind Podcast und dazugehörigen Unterlagen zugänglich.

Für Lehrende, welche in Erwägung ziehen, Tests einzusetzen oder bereits erstellte Test auf Fehler hin zu prüfen, lohnt sich in den Podcast zu hören.

Moodlemoots'08 Heidelberg: Moodle 1.9

Moodle 1.9 – Was ist neu?
Ralf Hilgenstock (DIALOGE, ELeDia, Bonn, Berlin)

Lernziele
  • Neu können für ein Kurs/Lehrveranstaltung Lernziele definiert werden und diese den Aktivitäten zugeteilt, wie auch in der Bewertung berücksichtig werden.

Bewertung
  • Im Bereich der Bewertung hat sich auch einiges verbessert: Unterschiedliche Aktivität können in eine Kategorie zusammengefasst werden. Für das Gesamttotal kann zusätzlich die Gewichtung der Kategorien angegeben werden. (vgl. Abbildung)Neben den Kategorien können auch Bewertungsaspekte definiert werden, worin Bewertungen eingetragen werden können, welche nicht über E-Learning-Aktivitäten geleistet werden. Damit könnte man Moodle die Administration der Bewertungen einer Lehrveranstaltung übertragen und somit die Moodle-Einsetzenden Lehrenden in den adminstrativen Arbeiten entlasten.

Teilnehmer Anmerkungen
  • Lehrende können ähnlich wie im realen Klassenbuch Notizen/Anmerkungen zu den Teilnehmer platzieren. Dies können persönlich, für alle Lehrenden eines Kurses oder der ganzen Plattform sichbar sein.

Gruppen organisieren
  • Gruppeneinteilungen für Gruppenarbeiten sind neu automatisiert möglich (bisher nur manuell möglich). Zudem sind auch verschiedene Gruppierungen möglich (2er und 5er Gruppen für versch. Aktivitäten oder Lernmaterialien in einem Kurs)

Rollen
  • Die Namen der Rollen können im einzelnen Kurs geändert/angepasst werden. (TN wird SchülerIn)

Kursbereich
  • Einführungstext für Kursbereiche sind neu auch möglich.
Diese Neuerungen haben vor allem Verbesserungen für die administrativen Arbeiten für Lehrende mit sich gebracht, was uns die Arbeiten zum ICT-Test vereinfachen würde.

Moodlemoots'08 Heidelberg: Prüfungsvorbereitung / Beratung und Begleitung

Prüfungsvorbereitung mit Moodle - Vorstellung eines Kurses zur Vorbereitung der neuen Kompetenzprüfung an der Realschule
Dipl. Päd. Stefan Klinga (Waldschule Mannheim)

Herr Klinga hat vorgestellt, wie in seiner Schule Moodle eingesetzt wird, um die Schülerinnen und Schüler bei den Vorbereitungen für die Kompetenzprüfung zu begleiten und beraten.

Mit Moodle werden den Jugendlichen folgende Möglichkeiten gegeben:
  • Materialsammeln (Datenbank, Glossar)
  • Austauschen innerhalb der Arbeitsgruppen (Forum, Chat)
  • Texte gemeinsam und zeitunabhängig erarbeiten
  • Orts- und zeitunabhängig auf Materialien zugreifen können
Für die Lehrpersonen bringt Moodel der Vorteil dass:
  • die Jugendlichen auch ausserhalb der Schule 'erreichbar' sind
  • Arbeitsprozesse beobachtbar werden können
  • Hilfestellungen (Links, Zeitungsartikel, etc.) schneller zur Verfügung gestellt werden können
Der Kurs ist aus folgenden Blöcken aufgebaut:
  • Allgemeiner Block (Übersicht, Nachrichtenforum --> von der Prüfungsleitung betreut)
  • Kommunikation und Informationsspeicher (für die Arbeitsgruppen)
  • Kommunikation mit der Betreuungslehrerin oder -lehrer
  • Allgemeine Materialsammlung (für alle Beteiligten)
Die Erfahrung hat gezeigt, dass:
  • mit dem Nachrichtenforum Informationen sich schneller verbreiten lassen (kommen bei den Schülern gut an)
  • die Beratungsforen auch genutzt werden können, um Protokolle aus realen Besprechungen und Beratungen abzulegen

Die Erfahrungen im Zusammenhang mit den Gruppenberatungen und Gesprächsdokumentation könnten eine Möglichkeit sein, wie Beratungen zu Arbeiten mit unseren Studierenden abgewickelt werden könnten.